Ergotherapie im Zentrum für Seelische Gesundheit

„Ergotherapie ist so individuell wie die Menschen. Aber sie hat immer das gleiche Ziel: ein selbstbestimmtes Leben in jedem Alter.“

Die Ergotherapie verfolgt das Ziel, Sie als Betroffenen beim Wiedereinstieg in eine eigenstrukturierte und selbstbestimmte Alltagsbewältigung und Freizeitgestaltung zu begleiten und zu unterstützen.

In verschiedenen Therapieformen stehen die Nutzung bzw. die Wiederentdeckung vorhandener Fähigkeiten und Ressourcen im Mittelpunkt. Dabei werden ausgewählte kreativ-handwerkliche Techniken und Übungen aus dem alltagspraktischen Bereich gezielt eingesetzt. Konkrete oder auch selbstbestimmte Aufgaben sollen dazu motivieren, sich einer Aufgabe aktiv zuzuwenden.

In der Vorbereitung werden mit Hilfe der Therapeuten gemeinsam realistische Rahmenbedingungen und Zielsetzungen vereinbart, die als Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit dienen sollen. Während des Behandlungsprozesses werden die Vereinbarungen stetig reflektiert, angepasst und gesteigert. 

Basisangebote

Unsere ergotherapeutischen Basisangebote beinhalten Kreativ- und Handwerkstechniken und bilden den Einstieg in die weiteren Therapieangebote.

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Mit verschiedenen Techniken, wie zum Beispiel Seidenmalerei, Tonarbeiten und Korbflechten, werden die Grundarbeitsfähigkeiten, wie Konzentration und Ausdauer gefördert, sowie über vorhandene Ressourcen das Selbstbewusstsein gestärkt. Die Therapien finden im Gruppensetting statt und ermöglichen auch Patienten mit Rückzugstendenzen oder Kontaktängsten, sich in einen Gruppenprozess zu integrieren. 

Computergestütztes kognitives Training

Zur Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit bieten wir ein kognitives Training am Computer mit spezieller Therapiesoftware („Cogpack“ und „RehaCom“) an.

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Viele psychische Erkrankungen gehen mit Einschränkungen von kognitiven Funktionen wie Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnis einher. Im computergestützten kognitiven Training haben Sie die Möglichkeit, Ihre kognitive Leistungsfähigkeit (zum Beispiel Merkfähigkeit, Auffassung und Reaktionsvermögen) zu fördern und zu steigern. Dies erfolgt in festgelegten oder eigenstrukturierten Therapiezeiten mit individuellen Übungsformen. Auch die berufliche Leistungsfähigkeit kann hierbei erprobt werden. 

Kognitives Training nach Dr. med. F. Stengel

Das Kognitive Training nach Dr. med. Franziska Stengel ist ein gesundheitsorientiertes sozial- kommunikatives Training von kognitiven Funktionen wie Konzentration, Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Denken, Sprache und Gedächtnis. 

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Das Training dient dem Erhalt und der Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und des körperlichen Gesundheitszustandes. Es fördert die Selbst- und Fremdwahrnehmung, die Interaktionsfähigkeit, die sozio-emotionale Kompetenz, das situationsgerechte Verhalten und das Selbstvertrauen. In Studien wurden zudem antidepressive und schmerzlindernde Effekte festgestellt.

Die Auswahl der Übungen orientiert sich an der individuellen Symptomatik und den persönlichen Zielen. Zudem erfolgt ein Übungstransfer in den Alltag. Das Training findet zielgerichtet in Einzel- oder Gruppentherapie statt. 

Zu den therapeutischen Standards zählen:

  • keine Zeitvorgaben, kein Leistungsdruck, kein Stress
  • kein schulisches, abfragendes oder quizartiges Vorgehen
  • Erfolgserlebnisse zur Stärkung des Selbstbildes
  • vertiefte Informationsverarbeitung
  • autonomiezentriertes pädagogisches Vorgehen
  • sinnhaftes Material in allen Schwierigkeitsgraden für alle Altersgruppen
  • kognitive Strategien
Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) und Freizeit

Wir unterstützen Sie dabei, wieder mehr Sicherheit im Alltag zu erlangen und eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung aufzubauen.

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Mit einer psychischen Erkrankung können auch verschiedene Einschränkungen im täglichen Leben einhergehen. Sonst alltägliche Tätigkeiten fallen zunehmend schwerer und werden möglicherweise zur scheinbar unüberwindbaren Hürde. Beim ATL-Training führen wir Aktivitäten des täglichen Lebens wie Kochen und Backen durch, befassen uns mit Themen wie Freizeitgestaltung, Hobbyfindung und Bewerbungstraining und unterstützen Sie beim Erstellen eines „Notfallkoffers“ mit hilfreichen Strategien im Umgang mit Ihrer Erkrankung.

Sensorische Integration

Die Sensorische Integrationstherapie ist eine neurophysiologische Behandlungsform mit wahrnehmungszentriertem Ansatz, die maßgeblich von der amerikanischen Psychologin und Ergotherapeutin Jean Ayres entwickelt wurde. 

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„Die Sensorische Integration ist „jener neurologische Prozess, bei dem die Sinneseindrücke aus der Umwelt und vom Körper geordnet (verarbeitet) werden, damit der Mensch seinen Körper innerhalb der Umwelt sinnvoll einsetzen kann.“ (nach Fisher, Murray, Bundy)
Die Therapie dient der Förderung der Sensorischen Integration, welche bei bestimmten psychischen Erkrankungen vorübergehend oder längerfristig gestört sein kann. Eine solche Störung äußert sich beispielsweise in verändertem Körpererleben, erheblicher innerer Unruhe und Anspannung und kann bei fast allen Krankheitsbildern in jeder Phase der Erkrankung auftreten.
Bei entsprechender Indikation wird die Therapie, in Absprache mit Ihrem Bezugstherapeuten, als Ergänzung zu den klassischen ergotherapeutischen Angeboten durchgeführt. Dies ist sowohl als akute Intervention, als auch nach einer ausführlichen Befunderhebung unterstützend zur Entwicklung von Strategien für den Alltag möglich. Die Therapie findet in Einzeltherapie oder Kleinstgruppen in einem speziell dafür konzipierten Raum statt, in welchem verschiedene Wahrnehmungsangebote zur Verfügung stehen, die stimulierend, hemmend oder regulierend wirken. Als Experte für sich selbst haben Sie die Möglichkeit, selbst Angebote zu wählen und im Anschluss deren Nutzen für sich zu reflektieren. 

Tiergestützte Therapie

Teddy und Charly arbeiten mit ihrer Besitzerin, der Ergotherapeutin Frau L. Henkel als Therapie-Begleithunde-Team und bringen sich motiviert in die Therapie ein. 

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Die Hunde kommen vor allem im Bereich motorische, soziale und kognitive Aktivierung, im Hirnleistungstraining, dem Training der sozialen Kompetenzen und der Sensorischen Integrationstherapie zum Einsatz. Darüber hinaus werden individuelle Einsätze in Absprache mit den zuständigen Ärzten oder Psychologen geplant. 
Die Hunde haben gemeinsam mit ihrer Besitzerin eine entsprechende Ausbildung mit Zertifikat absolviert. Sie stellen sich regelmäßig alle zwei Jahre zur Rezertifizierung vor, um weiterhin den aktuellen Qualitätsstandards Genüge zu tun.

Gestaltungstherapie

Im Rahmen der Gestaltungstherapie nutzen wir die bildhafte Gestaltung, um die psychische Innenwelt auszudrücken. Das emotionale Erleben nimmt Form und Gestalt an und wird so zu einem anschaubaren Gegenüber, mit dem wir uns auseinandersetzen können.

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„Wer malt und gestaltet, zu Papier, Farben und Ton oder Stein greift, begibt sich in den kreativ-künstlerischen Raum. Die Konzentration richtet sich auf das Eigene, die äußere Welt ist in den Hintergrund getreten.“ (Deutscher Arbeitskreis Gestaltungstherapie/Klinische Kunsttherapie e.V.)

Holzgruppe

In der Holzgruppe stehen Tätigkeiten mit arbeitstherapeutischem Ansatz im Fokus.

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In unserer Holzwerkstatt können Sie vorgegebene oder eigene Projekte aus bzw. mit Holz fertigen. Wir unterstützen Sie dabei, zunehmend eigenverantwortlich die erforderlichen Schritte zu meistern, von der genauen und strukturierten Planung, über die Arbeitsvorbereitung, bis hin zur Umsetzung Ihres Vorhabens und möglicherweise erforderlicher Problemlösestrategien.

 
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