Bedürfnisse älterer Menschen stärker berücksichtigen

(18.05.2019)

Rudolstadt. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für die Geriatrie eine unabdingbare Voraussetzung für die fachgerechte Versorgung ihrer Patienten“, sagte Chefarzt Dr. med. Burkhard Braun zum 20. Hessisch-Thüringischen Geriatrietag am 18. Mai in Rudolstadt. Wie diese fächerübergreifende Vernetzung funktioniert, zeigte die Weiterbildung.

Geriatrietag-2019-2581vergrößern Pausengespräch: PD Dr. med. Mathias Pfisterer und Klinikdirektorin Dr. med. Anja Kwetkat mit Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (MItte). Foto: Stephan Breidt Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner erklärte in ihrem Grußwort das Ziel der Thüringer Landesregierung, den Herausforderungen des demografischen Wandels wirksam begegnen und dazu die Gesundheitsversorgung im Freistaat qualitativ stärken zu wollen: „Wir machen uns für ein Gesundheitssystem stark, welches die Belange und Bedürfnisse von alten Menschen stärker als in der Vergangenheit berücksichtigt.“ Mit der Erweiterung von Behandlungskapazitäten, wie sie der 2017 in Kraft getretene 7. Thüringer Krankenhausplan geschaffen habe, würden sich allein die Anforderungen an eine dem höheren Alter der Menschen angepasste medizinische Versorgung nicht meistern lassen. Insgesamt stünden in Thüringen nun 688 Betten für die geriatrische stationäre Behandlung zur Verfügung.
Die Ministerin forderte „neue Wege zu erschließen, um die medizinische Versorgung für alte Menschen zu verbessern.“ Dabei sei auch eine sektorübergreifende Zusammenarbeit erforderlich. Dies beinhalte das Konzept für den 4. Thüringer Geriatrieplan, das der Landesverband Hessen-Thüringen des Bundesverbandes Geriatrie e.V. erarbeitet und dem Sozialministerium in Erfurt vorgelegt habe, sagte Chefarzt Dr. med. Burkhard Braun, der Vorsitzender der Sektion Thüringen im Landesverband ist.

Geriatrietag-2019-2559vergrößern Rolf Weigel, Geschäftsführer der Thüringen-Kliniken, verwies auf die Interdisziplinarität, die die Arbeit in der Geriatrie ausmache – und die auch das Programm des Geriatrietages bestimmte. Foto: Stephan Breidt Beispiele für die Zusammenarbeit über vermeintliche medizinische Fächergrenzen hinweg belegten die Vorträge des 20. Hessisch-Thüringischen Geriatrietages. Unter dem Motto „Gut zu wissen…“ sprachen Chefarzt Dr. med. Kai Langer über urologische Erkrankungen geriatrischer Patienten, Orthopädietechnikmeister Johannes Hornstein über die Möglichkeiten der Prothesenversorgung, Oberärztin Dr. med. Berit Wenda über Delir und Depression aus gerontopsychiatrischer Sicht sowie Klinikdirektorin Dr. med. Anja Kwetkat aus Jena über das Impfen im Alter – bevor der frühere Rudolstädter Chefarzt PD Dr. med. habil. Friedrich Meier den Leidensweg des Friedrich Schiller nachzeichnete.
Chefarzt Dr. Braun ging auf die beiden Jubiläen in diesem Jahr ein: „Seine“ Klinik für Geriatrie besteht seit 15 Jahren und bezog vor zehn Jahren, gemeinsam mit der Klinik für Innere Medizin, den Neubau in der so genannten Volkstedter Leite. Er blickte zurück auf die Anfänge in Rudolstadt, auf die bunte Zusammensetzung seines Teams, das das Wagnis einte, mit großem Engagement die Geriatrie in der Region aufzubauen und zu etablieren. Vom Erfolg gekrönt war diese Entwicklung bereits 2005 mit der Mitgliedschaft im Bundesverband Geriatrie. 

Seit 2009 konnten in Rudolstadt rund 12.000 Patienten stationär in der Klinik und etwa 2.000 in der Tagesklinik für Geriatrie behandelt werden. Außerdem begleitete der Chefarzt eine Reihe ärztliche Kollegen in deren Weiterbildung und konnte rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Thüringer Geriatrien im Rahmen der ZERCUR-Weiterbildung mit der interdisziplinären Zusammenarbeit vertraut machen. 

Ein großes Dankeschön richtete Chefarzt Dr. Braun an den ehrenamtlichen Besuchsdienst der „Grünen Damen“, der seit 2005 in Rudolstadt besteht und mittlerweile eine Vorbildwirkung für die Klinikstandorte Saalfeld und Pößneck habe.

Außerdem verwies Dr. Braun auf die seit wenigen Monaten bestehende Möglichkeit, Palliativpatienten aufzunehmen und komplexmedizinisch zu behandeln. Die Palliativmedizin ist die aktive und ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer bereits weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenswartung.

Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren hatte das Team um Chefarzt Dr. Braun den damals 10. Hessisch-Thüringischen Geriatrietag organisiert – damals den ersten im Klinikneubau. 

Geriatrietag-2019-2550vergrößern Chefarzt Dr. med. Burkhard Braun eröffnete den 20. Hessisch-Thüringischen Geriatrietag. Der Einladung waren Geriater beider Bundesländer, niedergelassene Ärzte der Region sowie Ärzte, Schwestern, Pfleger und Therapeuten der Thüringen-Kliniken gefolgt Foto: Stephan Breidt Geriatrietag-2019-2555vergrößern In seinem Grußwort forderte der Vorsitzende des Landesverbandes, PD Dr. med. Mathias Pfisterer, die Unterstützung der Politik für die Geriatrien in Thüringen und Hessen ein. Foto: Stephan Breidt
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