Informationen zum OTZ-Artikel „DGB-Kreischef verhindert Azubi-Rede zum Pflegenotstand in Saalfeld“

(08.05.2019)

Saalfeld. Die OTZ lässt in ihrer Ausgabe vom 2. Mai 2019 unseren Pflegeazubi Max Schaefer die „Zustände an den Thüringen-Klinik“ öffentlich anprangern. Herr Schaefer ist seit 2017 in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger an den Thüringen-Kliniken, aktuell nach verschiedenen Krankheitsphasen im zweiten Ausbildungsjahr. Er hatte vor, zur Maikundgebung auf dem Saalfelder Marktplatz eine Rede zu halten, wurde aber kurzfristig nicht als Redner zugelassen, woraufhin er in der hiesigen OTZ ein Podium für seine Einschätzungen zu größtenteils bundespolitischen Ereignissen fand.

Seine Schilderungen hinsichtlich des enormen Arbeitspensums und Zeitdrucks in der stationären und ambulanten Pflege stimmen, sind aber kein spezifisches Problem in Saalfeld, Rudolstadt und Pößneck. Dass im Zuge des demographischen Wandels allerorten Pflegekräfte fehlen, ist auch richtig. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen nicht nur in Politik und Demographie begründet. 
 
Max Schaefer schreibt in seiner nicht-gehaltenen Rede, die er selbst bei Facebook veröffentlichte, unter anderem: „… auch wir Azubis (…) werden entweder aus unserer bereits im Vorjahr festgelegten Praxisplanung herausgerissen oder müssen wie anfangs 2018 zwei Wochen vorher die Berufsschule verlassen, um den Personalnotstand auf den Stationen auszugleichen.“ 
Die Thüringen-Kliniken sind durch eine langjährige und gute Kooperation mit der Medizinischen Fachschule „Georgius Agricola“ als Theoriepartner verbunden. In Abstimmung mit der Schule und nach Rücksprache mit unseren Auszubildenden wurden diese gebeten, in einer Notsituation – der Grippewelle Anfang des Jahres 2018 – auszuhelfen, um die Patientenversorgung zu gewährleisten. Mit der Schule und den Schülern wurde vereinbart, die ausgefallenen Theoriestunden in einem anderen Block nachzuholen, sodass es keinen Stundenausfall gab! Insofern ist die Schilderung von Herrn Schaefer nicht realistisch, zumal er zu diesem Zeitpunkt selbst nicht zur Verfügung stand.
 
Ebenso wird in dem OTZ-Artikel suggeriert, dass in unserer Klinikgruppe „Lehrlinge im ersten Lehrjahr Nachtdienste schrubben“ müssen. Alle Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege können, sobald sie das 18. Lebensjahr erreicht haben, für Nachtdienste eingeteilt werden, in der zweiten Hälfte der Ausbildung ist dies Pflicht. Allerdings ist bei diesen Nachtdiensten kein Azubi alleine, ihr oder ihm zur Seite steht immer eine examinierte und erfahrene Pflegekraft. Auch in der bereits beschriebenen Notsituation – der Grippewelle 2018 – haben unsere Auszubildenden Nachtdienste unterstützt, jeweils nach einer individuellen Absprache zwischen Azubi und Praxisanleitung bzw. Pflegedienstleitung.

Eine weitere Einlassung von Max Schaefer berührt die tarifliche Situation in den Thüringen-Kliniken. Es ist richtig, dass der Haustarifvertrag zwischen den Thüringen-Kliniken und der Gewerkschaft ver.di fristgerecht gekündigt wurde. Die Neuverhandlungen stehen in wenigen Tagen an. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass die Arbeitsbedingungen und die personelle Ausstattung in vielen Krankenhäusern in Thüringen, insbesondere in privat geführten, schlechter als in den Thüringen-Kliniken sind. 

Zum Vorwurf der „Spararbeitspolitik des neuen Geschäftsführers“ gehört die (sicherlich nicht bequeme) Wahrheit, dass die Thüringen-Kliniken wirtschaftlich arbeiten müssen, um die Arbeitsplätze auf Dauer zu erhalten. Zum Aufrechterhalten der kommunale Trägerschaft der Thüringen-Kliniken ist ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb unabdingbar.
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